Was muss eigentlich passieren, damit Demokratie funktioniert? Damit es vorwärts geht, wir zusammenhalten und im Land mal wieder was weitergeht? Einer muss mal richtig durchgreifen, oder? Ist das der beste Weg? Ein Ansatz von Maja Göpel und Gesine Schwan.
Gesine Schwan hat Erfahrung darin, wie aus vielen Stimmen gemeinsame Entscheidungen werden. Zehn „kommunale Entwicklungsbeiräte“, fünf im Osten, fünf im Westen. Menschen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, vier Tage lang an einem Tisch. Eine einzige Regel: Man muss an das anknüpfen, was der andere vorher gesagt hat. In Cottbus ging es um einen zentralen Platz, der nach ’89 zur Ruine verfallen war. Zehnmal kam am Ende eine einstimmige Empfehlung heraus — zehnmal aus völlig gegensätzlichen Ausgangspositionen. Und zehnmal hat der Stadtrat sie zur Grundlage gemacht.
Im Kleinen geht es also. Vielleicht, weil da noch etwas Gemeinsames entsteht.
Es braucht Orte, an denen das wachsen kann: Vereine, Chöre, Mannschaften, kulturelle Räume zum Austausch. Orte, an denen aus einzelnen Stimmen Gemeinschaft wird – und ein Kleber entsteht, der die Menschen zusammenhält.